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Salutogenese

Salutogenese und Kohärenzgefühl

Der Arzt Aaron Antonovsky ging davon aus, dass es bestimmte Einstellungen gibt, welche dazu führen, dass Menschen unter identischen Streßbedingungen eher gesund bleiben als andere und versuchte herauszufinden, welche dies sind. Er drehte damit die gängige Praxis um, zu untersuchen, was krank macht.

Er erforschte anfangs ehemalige KZ-Insassen, später die breite Bevölkerung.

Antonovsky arbeitete drei Faktoren heraus, die seiner Meinung nach dafür verantwortlich sind, dass Menschen eher gesund bleiben als andere:

  • das Gefühl der Verstehbarkeit (comprehensibility)
  • das Gefühl der Handhabbarkeit (manageability)
  • das Gefühl der Sinnhaftigkeit (meaningfulness)

...des eigenen Lebens.

Diese drei Faktoren ergeben zusammen das Kohärenzgefühl (sense of coherence), das Gefühl einer "Stimmigkeit".

Antonovsky entwickelte 1979 einen Fragebogen, um dieses Kohärenzgefühl zu messen. Seit dieser Zeit wird intensiv und weltweit mit diesem Instrument geforscht.

Dabei hat sich herausgestellt, dass die psychische Gesundheit erheblich, die physische Gesundheit ebenfalls, aber nicht so deutlich, mit dem Kohärenzgefühl korrelieren (zusammenhängen).

Obwohl sich die drei Faktoren Verstehbarkeit, Handhabbarkeit und Sinnhaftigkeit empirisch nicht eindeutig auseinanderhalten ließen, sind sie weiterhin interessant, um das Konzept des Kohärenzgefühls zu verstehen.

Antonovsky ging davon aus, dass sich das Kohärenzgefühl im Laufe der Entwicklung des Einzelnen entwickelt und vor allem von seiner Umgebung abhängt. Er meinte, dass es sich beim Erwachsenen kaum mehr verändert, allenfalls negativ durch Traumata wie Unfälle usw. Deshalb wurde noch wenig untersucht, welche Maßnahmen das Kohärenzgefühl verbessern könnten.

Wir haben uns entschieden, den Kohärenzfragebogen für den ersten Durchgang unserer Wirksamkeitsuntersuchungen zu verwenden, da er Einstellungen mißt, die mit dem Konzept der "Heldenreise" zusammenpassen.